In Tübingen spielt die Musik

Die Jazz- & Klassiktage warten vom 16. bis 24. Oktober mit einigen Highlights auf

Lokales neben Renommiertem, Klassisches neben Abstrusem: Am 16. Oktober starten die 22. Tübinger Jazz- & Klassiktage mit dem Jazztalent Jakob Manz und seinem Projekt. Das Festival geht bis zum 24. Oktober und bietet mit Musikern aus Jazz und Klassik mehr als 40 Veranstaltungen in verschiedenen Locations.

13.10.2021

Die Bigband Jazzrausch spielt am Donnerstag, 21. Oktober, im Sudhaus. Bild: Jürgen Spieß

Die Formel ist einfach, das Resultat überzeugend: Zwei Drittel Jazz und ein Drittel Klassik ergeben hundert Prozent Hörvergnügen. Auch im mittlerweile 22. Jahr halten sich die Veranstalter der Jazz- & Klassiktage an dieses bewährte Rezept. Obwohl das Festival knapp kalkulieren muss (Gesamtetat: rund 30 000 Euro), haben die Organisatoren um Sven Gormsen und Martin Trostel ein anspruchsvolles Programm auf die Beine gestellt. Gormsen verweist darauf, dass wie in den vergangenen Jahren viele Eigengewächse zum Zug kommen. Außerdem gibt es wieder eher kleine, dafür feine Konzerte. Nicht nur ausgewiesene Jazzkenner sollen angesprochen werden, sondern auch solche, die eher weniger zu Jazz- und Klassikkonzerten gehen.

Natürlich muss auch die aktuelle Ausgabe des Festivals wegen Corona Abstriche machen, aber sie findet immerhin statt: „Es freut uns besonders in diesen schwierigen Zeiten, ein so vielfältiges Programm präsentieren zu können“, betont Festivalleiter Gormsen, „ob in und um Tübingen, in Reutlingen, Hechingen oder Rottenburg“. Dabei bekennt sich das Festival einmal mehr zu den Prinzipien, Grenzen zu überschreiten, unterschiedliche Musikstile zusammenzuführen und für ein breites Publikum zu übersetzen. Der Auftakt mit „Beswingt einkaufen“ (16.10.), Jazzbrunch (17.10.), Loretto-Jazz (19.10.), Orgelbegleitung zum Stummfilm „Der Glöckner von Notre Dame“ (21.10.) und die bewährten Late Night Sessions in der Liquid Bar (21., 22. und 23.10.) stehen neben Auftritten junger Künstler auf dem Programm.

Auch einige international renommierte Jazzer kommen zum Zug. So ist am 23. Oktober mit dem Drummer Trilok Gurtu eine echte Weltmusik-Legende im Sudhaus zu Gast. Nur sehr wenige beherrschen die beiden kleinen Tabla-Trommeln, die auch Vierteltöne verwenden, so virtuos wie der 1951 in Bombay geborene und in Hamburg lebende Musiker. Trilok Gurtu ergänzte für mehrere Jahre John McLaughlins Mahavishnu Orchestra und spielte mit zahlreichen westlichen Musikern aus der Jazz- und Rockszene wie Joe Zawinul, Bill Laswell, Maria João, Gilberto Gil, Pharoah Sanders, Annie Lennox und Pat Metheny zusammen. Trilok Gurtu gilt heute als einer der Mitbegründer der Weltmusik und längst gibt es für ihn keine festgelegten Genregrenzen mehr.

Weitere musikalische Highlights sind das Eröffnungskonzert mit dem jungen Saxofonisten Jakob Manz, dessen Spiel durch die Vorliebe für groovige und gerne auch ausufernde Melodien geprägt ist. Außerdem stellt Sebastian Weiss aka Sepalot, Gründungsmitglied und Produzent der Hip-Hop-Formation Blumentopf, am 17. Oktober sein neues Projekt Sepalot Quartet vor und am 21. Oktober verwandeln Roman Sladek und seine Band Jazzrausch das Sudhaus in einen veritablen Techno-Club. Kennzeichnend für ihre Musik sind die Klangvielfalt und das Sprengen gewohnter Bigband-Grenzen, die auch Jazzansprüchen vollauf genügt und zugleich mit publikumswirksamer Tanzbarkeit aufwartet.

Das Festival, das lediglich das Dach für verschiedene Veranstalter bietet, ist seit Jahren ein musikalisches Aushängeschild für Tübingen und wird vom Publikum immer besser angenommen. Zudem sollten die vielen kleinen Juwelen nicht vergessen werden, „die erst für die vielversprechende Stilmischung des Festivals sorgen“, so Gormsen. Jürgen Spieß

Die Jazz- & Klassiktage vom 16. bis 24. Oktober finden überwiegend in Tübinger Locations, aber auch in Reutlingen, Hechingen und Rottenburg statt.

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Erstellt:
13. Oktober 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Oktober 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2021, 01:00 Uhr

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