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Training ja, Wettkämpfe nein

Die Vereine der Region durften ihre Vorschriften lockern, normal ist noch nichts

Die zahlreichen Vereine im Kreis wurden unterschiedlich hart von der Corona-Pandemie getroffen. So allmählich kommen sie wieder in die Gänge – aber es bleibt mühsam.

20.05.2020

Hallensport wie hier in der Lustnauer Boulderhalle wird es für Hobbysportler so schnell nicht wieder geben. Archivbild: Fabian Renz-Gabriel

Der mitgliederstärkste Sportverein in Tübingen, die TSG, hadert ganz besonders mit der Coronakrise: Für das 150-jährige Jubiläum dieses Jahr war natürlich eine deftige Feierrunde geplant. Doch fällt jetzt voraussichtlich alles ins Wasser. Obwohl die TSG seit Wochen keine Vereinsangebote machen kann, sind die Mitglieder treu geblieben: „Es gab keine ungewöhnlichen Vereinsaustritte“, so der Vorsitzende Hanns-Peter Krafft.

Beim Tübinger Tanzclub TTC Rot-Gold kam der Vorstand den Mitgliedern bei den Beiträgen entgegen. Das heißt, sie wurden von Vereinsseite aus „drastisch gesenkt“, wie die Präsidentin Brigitte Roll es ausdrückte. Große finanzielle Ausfälle beklagt der Verein nicht. „Wir sind einfach froh, dass wir diese Woche wieder trainieren können, zumindest die zwei Kaderpaare.“ Kursunterricht gab es für die anderen per Videounterricht gegen einen Extra-Obolus.

Die Tübinger Sektion des Deutschen Alpenvereins ist der größte Verein Tübingens. Er musste gleich zu Beginn der Pandemie die Süddeutsche Meisterschaft und den Landes-Jugendcup in seiner Boulder-Halle in Lustnau absagen. Bis vergangene Woche war dort nichts los. Seit einer Woche aber dürfen im Außenbereich die Vereinskletterer wieder ran, natürlich nur unter Auflagen. Wann private Kletterer wieder die Wände hinauf dürfen, ist noch nicht klar, genauso wenig, wann die Halle wieder benutzt werden darf. Die Betreiber der Halle haben bereits staatliche Hilfen beantragt und erhalten.

Der mitgliederstärkste Verein im Sportkreis Tübingen, der TV Rottenburg (mehr als 4400 Mitglieder) betreibt auch den Sportpark, dessen Mitarbeiter seit April in Kurzarbeit sind. Da die Mitgliedsbeiträge nicht an Leistungen gekoppelt sind, wurden sie ganz routinemäßig eingezogen. Auf die Nutzungspauschalen für den Sportpark hingegen verzichteten sie – es wurde ja keine Leistung angeboten.

Die Soforthilfen des Landes hat der TVR beantragt und auch bekommen. Aber: „Der Betrag hilft uns nicht mal für die Einnahmeausfälle für einen Monat“, sagt Norbert Vollmer, Geschäftsführer des Parks. Der Verein musste alle Veranstaltungen absagen und Vollmer befürchtet, dass es auch bei den Sponsoren zu Rückgängen kommen wird. Zumal die Volleyballer freiwillig den Weg in die dritte Liga antreten.

Der Tennisclub TC Kiebingen darf seit vergangener Woche auf den Sandplätzen wieder gespielt werden. Die für vorigen Samstag geplante Saisoneröffnungsfeier hat der Verein abgesagt. Das Clubheim ist ebenfalls noch geschlossen, doch dürfen die Toiletten benutzt werden. Vor dem Heim stehen Desinfektionsmittel. Das für den Sommer geplante Turnier hat der Verein bereits abgesagt.

Der VfL Dettenhausen beklagt sich nicht, meint, er habe die Krise bisher recht glimpflich durchgestanden. Immerhin hat der VfL sieben Abteilungen. „Die Leute sind verständnisvoll“, sagt der Vorsitzende Joachim Hauser. Beim Einzug der Mitgliedsgebühren jedenfalls gab es „keine Auffälligkeiten.“

Der Verein hat keine Kurzarbeit beantragt, die hauptamtliche Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle arbeitet Liegengebliebenes auf. Bei den finanziellen Ausfällen hat der VfL bei der Umfrage des WLSB einen höheren vierstelligen Betrag angegeben. Schade finden alle, dass der 24-Stunden-Kultlauf im Juli ausfällt. Werner Bauknecht

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Erstellt:
20. Mai 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Mai 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2020, 01:00 Uhr

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