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Der Kommentar

Eine reiche Ernte an Lebensfreude

02.10.2019

Von Stefan Zibulla

Am Sonntag wird nicht nur in zahlreichen Kirchen das Erntedankfest gefeiert. Auch die Landkreise Tübingen und Zollernalb deklarieren ihre Genuss-Radtour durch das Schwäbische Streuobstparadies, zu der sie am 6. Oktober einladen, in einer Pressemitteilung als „eine besondere Art, das Erntedankfest zu feiern“.

Schon im antiken Judentum wurde mit dem einwöchigen Laubhüttenfest ein freudiger Erntedank zelebriert. Die Teilnehmer fokussierten sich auf einen Gott, der das Getreide, das Öl und den Wein wachsen lässt und sein Volk aus ägyptischer Gefangenschaft befreit hat.

Das Leben des modernen Menschen wird mehr und mehr von Technik geprägt. Also von Geräten, die der Mensch erfunden hat. Selbst die Landwirtschaft wird zunehmend industrialisiert und digitalisiert. Da erscheint der Mensch als Erschaffer der Welt. Die Abhängigkeit von einer transzendenten schöpferischen Macht wird dabei leicht aus dem Blick verloren und das Tischgebet wird selbst von vielen Gläubigen nicht mehr gepflegt. Zumal mittlerweile sogar das Wetter vom Menschen gemacht wird. Wenn auch mit mehr als zweifelhaftem Erfolg: Der Klimawandel bedroht nicht zuletzt die Existenz der Bauern.

Ob an den Himmel, den hilfsbereiten Nachbarn, den rücksichtsvollen Busfahrer oder die engagierte Krankenschwester adressiert: Ein Dankeschön, das nicht nur als höfliche Floskel formuliert wird, tut immer gut. Und zwar nicht nur dem, der es bekommt. Wer Danke sagt, schenkt vor allem sich selber etwas Gutes. Denn er konzentriert sich auf das Positive in seinem Alltag und lässt sich nicht von frustrierenden Erlebnissen wie dem Streit mit einem notorisch unzufriedenen Chef oder dem Horrortrip im überfüllten Zugabteil einer ewig unpünktlichen Bahn völlig runterziehen.

Wer abends den Tag Revue passieren lässt und dabei überlegt, wem er alles wofür dankbar sein kann, erntet viel Lebensfreude. Und dann kann selbst ein schwieriger Tag, an dem anscheinend alles schief gelaufen ist, doch noch zu einem Fest werden.

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Erstellt:
2. Oktober 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Oktober 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2019, 01:00 Uhr

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