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Nicht nur Zauberer

Helge Thun macht nicht nur gerne Witze

Der 48-jährige Helge Thun ist nicht nur Zauberer, sondern auch Komiker und Moderator. Bei seiner Berufsbezeichnung kommt auch er gerne mal durcheinander.

20.11.2019

Helge Thun liebt es, wenn er von Kollegen zum Lachen gebracht wird Bild: Dennis Duddek

TAGBLATT ANZEIGER: Wie lautet Ihre offizielle Berufsbezeichnung?

Helge Thun: Das frage ich mich manchmal auch. Ich würde sagen, ich bin ganz allgemein ein Künstler. Denn für das, was ich mache, gibt es nicht wirklich eine Schublade. Ich bin sowohl Zauberer, wie auch Komiker, Dichter als auch Moderator. Letztendlich bin ich also eine Art Bühnenkünstler. Für mich fühlt sich das alles auch gleich an. Ob ich jetzt auf der Bühne stehe und improvisiere oder zaubere oder das ganze auch nur moderiere. Für mich sind das Ganze nur bestimmte Genre-Unterscheidungen. Wenn das Finanzamt fragt, was ich da genau gemacht habe, weiß ich selbst oft nicht, was ich antworten soll.

Wie kamen Sie dazu, ein Bühnenkünstler zu werden?

Mit dreizehn habe ich mit dem Zaubern angefangen, damals habe ich Kartentricks gemacht. Die Zauberei war dann als Jugendlicher mein Hobby. Als ich studiert habe, habe ich mich einer Studenten-Theatergruppe angeschlossen. Denn ich dachte, dass ich dort etwas für meine Zauberei lernen kann. Durch diese Gruppe kam damals der Kontakt zum Theatersport zustande. Sodass ich dann auch beim Theatersport mitgemacht habe. Und durch den Theatersport hatte ich dann die Möglichkeit, als Quereinsteiger ans Landestheater Tübingen zu gehen. Es hat sich alles also eher etwas zufällig entwickelt, ich hatte es so nie geplant. Dass ich dann auch noch Komiker geworden bin, kam auch durch die Zauberei. Denn ich konnte mich nie auf irgendeine Bühne stellen und einen Zaubertrick einfach nur präsentieren, das fand ich total lächerlich. Deshalb habe ich dann meine Rolle als Komiker mit der des Zauberers verbunden.

Worüber können Sie selbst noch lachen?

Damit ich lache, muss mich etwas überraschen. Es gibt leider nur ganz wenige Kollegen, die das bei mir schaffen. Bei vielen Komikern weiß ich schon im Voraus, was sie jetzt grob machen werden. Wenn mir bei einem Künstler, der mit den gleichen Mitteln wie ich arbeitet, die Quelle seiner Ideen unbekannt ist und ich auch nicht gleich durchschaue, wo er hin will, interessiert mich sein Programm. Um es also auf den Punkt zu bringen: Mainstream ist in der Regel langweilig und die Off-Theaterszene meistens viel spannender.

Welcher deutsche Komiker schafft es, Sie zu begeistern?

Beispielsweise Sebastian Krämer aus Berlin. Der macht Musikkabarett. Er sitzt am Klavier und singt Lieder. Und bei ihm weiß man immer nicht, was als nächstes kommt. Es gibt aber auch noch viele andere Kollegen in Deutschland, die es schaffen, mich zu begeistern. Die meisten deutschen Künstler sind allerdings Mainstream- Künstler. Sie wären nie berühmt geworden, wenn sie nicht den Geschmack eines Massenpublikums bedienen würden. Bei manchen Künstlern überrascht es mich allerdings auch sehr, dass sie in Deutschland so berühmt sind. Das gilt zum Beispiel für Hazel Brugger aus der Schweiz. All die Sachen, die man eigentlich machen muss, um erfolgreich zu sein, werden von ihr ignoriert.

Wie lange brauchen Sie, um einen Trick zu lernen?

Das kann man nicht wirklich sagen. Zwar lerne ich manche Kunststücke sehr schnell. Das ist aber nur möglich, weil ich schon über eine 30-jährige Erfahrung verfüge.

Fragen von Dennis Duddek

Am Donnerstag, 21. November, tritt Helge Thun um 20 Uhr im Landestheater Tübingen mit

seiner Comedy- und Zaubershow TRiX auf.

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Erstellt:
20. November 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. November 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 01:00 Uhr

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