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Betonbassin für die Wechselkröte

In Altingen hat das Landratsamt einen künstlichen Laichplatz gebaut

Weil 2020 bei Altingen die Kreisstraße ausgebaut wird, soll die dort lebende Wechselkröte in ein spezielles Betonbecken umziehen.

15.05.2019

Das Wechselkrötenbecken in Altingen Bilder: Landratsamt / Wolfgang - stock.adobe.com

Aus gemütlichen Naturtümpeln in die menschgemachte Betonwanne: Für Altingens Wechselkröten steht ein Umzug an. Den kreisweit letzten Vertretern der streng geschützten Froschlurche mit der hellen Haut und den großen grünen Flecken hat die Straßenbauverwaltung des Landratsamtes eine ausgeklügelte Laichbecken-Konstruktion gebaut.

Warm und sonnig mögen es die etwa acht Zentimeter großen Steppenbewohner, deren Laichtümpel nur im Frühling Wasser führen und im Sommer trocken sein müssen. 110 000 Euro investierte die Kreisverwaltung im vergangenen Winter in die vom Naturschutzgesetz geforderte Ausgleichsmaßnahme zum Ausbau der K6916 zwischen dem Bahnübergang Ammerbuch-Altingen und der Grenze zum Böblinger Landkreis.

Bislang war es üblich, Ersatztümpel mit dem Bagger auszuheben, teilte Gabriel Wehle, beim Tübinger Landratsamt zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, dem TAGBLATT ANZEIGER mit. Der damit verbundene Pflege- und Wartungsaufwand und die Abhängigkeit vom Wetter führten zur Entscheidung, es mit einem „technischen Gewässer“ zu versuchen. Pilotprojekte unter anderem in Heilbronn und Magstadt bewährten sich für Wechselkröten und Gelbbauchunken, wie nachfolgende Erhebungen zeigten.

Der Clou bei den zwischen 150 und 240 Quadratmeter großen Trinkwasser-Asphaltbecken mit eingebautem Skimmer zur Schmutzabsaugung ist laut Wehle die Möglichkeit, das zuvor eingefüllte Trinkwasser nach der „Betriebsperiode“, die von April bis November dauert, über Monate trockenzulegen. Eine spezielle Ablassvorrichtung reguliert automatisch den Wasserstand. Fischen und anderen Fressfeinden werde damit die Lebensgrundlage entzogen. Sind die etwa 160 Kubikmeter Wasser einmal abgelassen, sorgt während der Winterpause eine Reinigung mit dem Schlauch für Sauberkeit im Asphalt-Tümpel.

Ein Fachbüro soll die Entwicklung der Altinger Wechselkröten in einem siebenjährigen Monitoring nachvollziehen. Manche Landwirte hätten bereits einige Exemplare gesichtet, die möglicherweise bald laichen werden, so Wehle. Doch seien die Beobachtungen der Bauern „selbstverständlich nicht das eigentliche Monitoring“, sondern eine „rein subjektive Momentaufnahme“. Monica Brana

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Erstellt:
15. Mai 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 01:00 Uhr

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