Feiern im Fokus

Landratsamt reagiert auf steigende Coronazahlen

Der Landkreis Tübingen ist kurz davor, zum Corona-Hotspot zu werden. Anfang der Woche war die Infizierten-Fallzahl deutlich angestiegen: auf 46,2 Infizierte pro 100 000 Einwohner. Ab 50 Infizierten pro 100 000 wird das Landratsamt die Corona-Regeln verschärfen.

14.10.2020

Testen, testen, testen – an die Mediziner in gelb auf dem Tübinger Festplatz haben wir uns schon gewöhnt. Archivbild: Ulrich Metz

Kreis Tübingen. Das Tübinger Landratsamt hatte gleich am Montag wegen der deutlichen Steigerung der Corona-Fallzahlen eine Pressekonferenz für den gestrigen Dienstag angesetzt. Das Amt geht davon aus, dass die kritische Marke von 50 Infizierten in 7 Tagen pro 100 000 Kreisbewohnern in Kürze erreicht werden wird.

Ab dieser Marke wird das Landratsamt die Corona-Maßnahmen verstärken müssen und es wird sich dabei „an den Handlungsempfehlungen des Landes orientieren“, wie Landrat Joachim Walter erklärte. Damit rücken vor allem private Veranstaltungen in den Fokus. „Auch wir im Kreis Tübingen erleben gerade eine Fallzahlenhäufung bei Familienfeiern“, sagte Walter.

Konkret wird das bedeuten: Bei privaten Veranstaltungen in öffentlich mietbaren Räumen wie zum Beispiel Gaststätten wird dann nur noch eine maximale Teilnehmerzahl von 25 erlaubt sein, im privaten Bereich – also daheim – sogar nur noch 10 Personen. Zudem werden die Corona-Testungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen aufgenommen – vor allem, um dort das Personal zu testen.

„Weitere Maßnahmen wie zum Beispiel Ausdehnung der Maskenpflicht im Freien, eine Sperrstunde oder Alkoholverbot werden wir erst einmal nicht ins Auge fassen, da wir immer versuchen, das mildeste Mittel zu wählen, um das Ziel zu erreichen“, erklärte der Landrat weiter. Auch bei Veranstaltungen im sportlichen und kulturellen Bereich seien jetzt noch keine Coronaregel-Änderungen vorgesehen. „Wir wollen nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit handeln“, sagte Walter. „Wenn wir die 50er-Marke heute oder morgen erreichen, werden wir uns mit dem Landesgesundheitsamt abstimmen bezüglich unserer vorgeschlagenen Maßnahmen und dann eine entsprechende Verfügung herausgeben.“ Angelika Brieschke

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Erstellt:
14. Oktober 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Oktober 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2020, 01:00 Uhr

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