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Rock´n Roll und Italien

Mit „Wundervoll“ lädt die Musicalgruppe „Sunstage“ am 17. und 18. Mai wieder zur musikalischen Zeitr

„Wundervoll“ ist ein Stück der Jugendmusicalgruppe der Musikschule Rottenburg, das mit viel Musik eine turbulente Geschichte der Fünfzigerjahre erzählt.

15.05.2019

Auch die Mode in „Wundervoll“ versetzt den Zuschauer zurück in die Fünfziger. Bild: Christina Klenz

In der Generation des Wirtschaftswunders hört die Jugend Elvis Presley, entspannt nach der Hauswirtschaftsschule in der Milchbar, führt heimliche Beziehungen und macht teilweise aus Protest grundsätzlich vieles anders als ihre Elterngeneration.

Die 16-jährige Charlotte und ihre Freunde stehen kurz vor der Eröffnung ihres eigenen Rock´n-Roll-Clubs und Charlottes Geburtstagsfeier, als ihre alleinerziehende Mutter ihre Zukunft vollständig auf den Kopf stellt. Ihr Vater, den sie nie kennengelernen durfte, ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und sie soll das Erbe antreten. Allerdings war ihr Vater ein italienischer Adeliger, und sie soll nun die „Baronesse di Marconi von San Marino“ werden und in Italien leben. Klar, dass sie bei so viel neuen Informationen erstmal Abstand, vor allem von einer aufdringlichen Reporterin, braucht. Aber da gibt es noch die berühmte Violetta Piemonte, die Schwester der Witwe, die statt Charlotte erben will, nur zu gerne im Rampenlicht steht und alles dafür tut, um sie in ein schlechtes Bild zu rücken. Charlotte muss nun zwischen zahlreichen Alltagsproblemen eine Entscheidung treffen, die ihr Leben maßgeblich verändern wird.

Das Stück ist eine bunte Mischung aus Schauspiel, Rock´n Roll Musik und selbst gesungenen Liedern. Viele sind eigens für dieses Musical komponiert worden, andere sind auch allgemein bekannt, wie zum Beispiel „Die Capri-Fischer“ oder „Teddybär“ von Elvis Presley.

Die dazugehörige Band „Teen Spirit“ unter der Leitung von Christian Ther sorgt für eine fetzige musikalische Untermalung und das entsprechende Gefühl der Fünfziger.

Christina Klenz, die die Gruppe schon seit vielen Jahren mit viel Herzblut leitet und die Texte und Lieder schreibt, betont in den Proben immer wieder, worauf es wirklich ankommt. In den zunehmend „italienischen Proben“ weist sie geduldig auf die wichtigen Kriterien hin. „Vor allem ganz viel übertreiben, um die Personen besser zu charakterisieren“, ist ein wichtiges Prinzip. Über ihr Werk selbst sagt sie: „Grundsätzlich geht es in dem Stück um die Position der „jungen Frau“ zwischen alten Mustern und der modernen Frau. Beim Schreiben des Textes war für mich auch wichtig, die Sehnsüchte und Träume einer Generation, die nach dem Wiederaufbau von Deutschland positiv und aufgeschlossen in die Zukunft blickt, offen für Neues ist und dennoch die Tradition respektiert, auszudrücken.“

In dem Zwiespalt zwischen konservativ und modern befinden sich auch Charlottes Freunde. Die einen möchten die Hauswirtschaftsschule beenden, so schnell wie möglich heiraten und Hausfrau werden, die anderen möchten lieber unabhängig bleiben und sofort Kampanien gegen die Atomenergie starten und für die Umwelt kämpfen.

„Es macht mir wirklich sehr viel Spaß, mitzuspielen, die Proben sind immer echt lustig“, betont Alina. „Ich freu mich auch immer, die anderen zu sehen, weil wir uns immer austauschen können, was die Woche über so passiert ist“, erklärt die 13-Jährige. „Ich freu mich eben jedes Mal darauf, hinzugehen.“

Auf die Frage, warum die Jugendlichen in dem Stück mitspielen, antwortete Fjolla: „Weil es Spaß macht, weil ich mich ausleben kann, und mich eben nicht verstellen muss.“ Die Gruppe besteht aus 14 Schülern, darunter zwölf Mädchen und zwei Jungen. Die Jugendlichen proben jeden Mittwochabend und arbeiten das ganze Schuljahr auf die Aufführung hin. Manchmal ist der Text schon vorgegeben, manchmal wird das Stück auch von der Gruppe selbst geschrieben. Wie zum Beispiel bei dem, im letzten Jahr aufgeführten, Stück „außer geFecht“. Dazu hat sich ein kleinerer Teil öfters einmal extra getroffen oder ist früher zu den Proben gekommen, um eigene Ideen umzusetzen und selbst Lieder schreiben zu können.

Für nächstes Jahr hat die Musicalgruppe noch kein Stück ausgesucht. Aber neue Mitspieler ab zwölf Jahren sind herzlich willkommen. Selina Maier

Das diesjährige Stück wird am Freitag, 17. Mai für Schulklassen um 10 Uhr in der Rottenburger Zehntscheuer aufgeführt. Für Familien und interessierte Zuschauer wird das Stück am Samstag, 18. Mai, um 19 Uhr, ebenfalls in der Zehntscheuer, noch einmal aufgeführt. Die Karten kosten für Erwachsene sechs Euro und für Schüler vier Euro.

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Erstellt:
15. Mai 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Mai 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 01:00 Uhr

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