Preha first: Fit sein für die Operation

Die Reha ist bekannt, die Preha weniger. Dabei kann es hilfreich sein, bereits vor dem Eingriff zu trainieren.

03.01.2022

Von dpa

Wer fit ist, übersteht eine OP besser. Foto: Christin Klose/dpa

Wenn der Orthopäde Roel van der Most für einen Patienten „Prehabilitation“ auf ein Rezept schreibt, erntet er oft erstaunte Nachfragen, was das sei. Dabei ist es logisch: So wie bei der Rehabilitation nach einer Operation geht es bei der Prehabilitation darum, mithilfe spezieller Trainingsprogramme für Muskulatur und Kreislauf bei den Patienten Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer aufzubauen. Die Preha soll also schon vor dem Eingriff fit für die Zeit danach machen.

Van der Most, der 2016 erste Studien dazu durchführte, vergleicht diesen Ansatz mit einem Marathon: „Den absolviert man ja auch nicht unvorbereitet, sondern trainiert gezielt dafür.“ So bekommt der Körper einen Vorsprung – nicht nur für den Eingriff selbst, sondern auch, um sich schneller wieder zu erholen.

In Studien hat der Orthopäde die positive Wirkung von Preha-Maßnahmen beim Einsatz von Hüft- und Knieprothesen beobachtet. Doch die Einsatzmöglichkeiten gehen weit darüber hinaus, sagt Professor Wilhelm Bloch vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Die Bandbreite reiche von herzchirurgischen Operationen über große Bauch- und Lungenoperationen bis zu Tumoreingriffen. „Wir wissen, dass die Patienten, die fit sind, eher überleben als die, die nicht fit sind.“

Sport- oder Bewegungstherapie können helfen, durch dosierte Reize Muskulatur und Herzkreislaufsystem zu aktivieren, sagt Bloch. Zudem bereiten sie den Bewegungsapparat und das Immunsystem auf die Operationsbelastung vor.

Natürlich hilft es, wenn man sich langfristig fit hält. „Bei der Preha geht es jedoch darum, in zwei bis vier Wochen das Maximum herauszuholen“, sagt Bloch. Entsprechend sind die Anforderungen: Preha funktioniere nur mit personalisiertem Training, das auf den Patienten und die Behandlung zugeschnitten sei.

Alternativ rät Bloch dazu, einen eine sportmedizinische Praxis aufzusuchen. Einen sportmedizinischen Check zahlten die meisten Krankenkassen, so der Experte. Daraus ließe sich ein individuelles Bewegungsprogramm ableiten. dpa

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Erstellt:
3. Januar 2022, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Januar 2022, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Januar 2022, 06:00 Uhr

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