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Der Kommentar

Tür der Jahreszeit

24.01.2018
  • Martina Fischer

Der Name des ersten Monats im Jahr ist entlehnt aus dem lateinischen „mensis Ianuarius“, Monat des altitalischen Gottes der Türen, des Ein- und Ausgangs, übertragen des „Anfangs und Endes“. Der Name ist eine Personifizierung des Wortes ianus, gleich Gang, Durchgang und Torbogen.

Für den Januar als klassischen Wintermonat kannten die Altvorderen im Laufe der Jahrhunderte viele Namen. Man nannte ihn „Eismonat“, „Hartung“ oder „Hartmond“, was von der althochdeutschen Sprache abgeleitet wurde, bei der „hart“ für stark und streng stand. In alten Kalendern kann man auch „Harremonat“ sowie „Dreikönigsmonat“ lesen.

Die älteste deutsche Bezeichnung stammt aus der Zeit Karls des Großen und lautet „Wintermonat“. Seit dem 15. Jahrhundert sprach man mitunter auch im Unterschied zum „Kleinen“ im Februar – vom „Großen Hornung“ im Januar. Er ist „Eismond“ oder „Schneemond“ und „Tür der Jahreszeit“.

Auch „Lassmonat“ wurde er genannt, dieser erste Monat im Jahr, weil die Dorfbader ihn als den günstigsten zum Aderlassen auserkoren hatten. In süddeutscher Mundart heißt er häufig heute noch „Jänner“.

Im Januar wurde in unseren Breiten nicht auf dem Feld gearbeitet. Trotzdem gab es genügend zu tun. Das Vieh war zu versorgen, und man nutzte die Zeit, um in Haus und Hof schadhaft Gewordenes wieder zu richten. In den Wintermonaten erschienen auch die sogenannten Störleute auf den Höfen: Schuster, Schneider, Näherinnen, Korbmacher und viele andere Handwerker boten ihre Arbeit an.

Der Januar hat zehn Lostage. Über Jahrhunderte hinweg versuchte man von dem Wetter an bestimmten Lostagen – meist handelte es sich dabei um Namenstage bestimmter Heiliger – die Witterung für einen längeren Zeitraum abzuleiten. Die meisten Lostage stammen aus dem späten Mittelalter. Insgesamt kennt der Volksglaube an die 80 solcher Tage, die vor allem mit entscheidend für den Beginn landwirtschaftlicher Arbeiten waren.

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24.01.2018, 01:00 Uhr
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