Bei der Wahl geht die Post ab

Über den neuen Landtag wird überwiegend per Brief abgestimmt

Am 14. März sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Inzwischen sollten alle Wahlberechtigten ihre Wahlbenachrichtigung per Post bekommen haben. Wer noch keine hat, der sollte dann jetzt bei seiner Gemeinde- oder Stadtverwaltung nachfragen.

24.02.2021

Schon jetzt zeichnet sich bei der Landtagswahl ein deutlicher Trend zur Abstimmung per Brief ab. Archivbild: Cristina Priotto

Allgemein wird bei dieser Wahl davon ausgegangen, dass wegen der Corona-Pandemie und den gewünschten Kontaktbeschränkungen viele Wählerinnen und Wähler per Briefwahl abstimmen möchten. Das ist auch im Landkreis Tübingen so.

In der Stadt Tübingen zum Beispiel haben jetzt schon – zweieinhalb Wochen vor der Wahl – über ein Drittel der Wahlberechtigten ihre Briefwahlunterlagen angefordert. In Zahlen: 21 609 von 63 328 Wahlberechtigten. Das sind 34,1 Prozent, wie Marco Müller, der Beauftragte der Stadt Tübingen für Wahlen und Statistik, mitteilt. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren waren es insgesamt nur 23 Prozent Briefwähler und bis zum Wahlsonntag am 14. März werden da sicher noch einige dazu kommen. Man kann sogar noch am Wahlsonntag selbst Briefwahl beantragen, bis 15 Uhr. Das ist gut zu wissen für den Fall, dass man kurzfristig krank wird, oder vielleicht unerwartet in Corona-Quarantäne muss – und dann nicht zum Wahllokal gehen kann oder darf.

„Briefwahl noch am Wahlsonntag zu beantragen, das ist schon immer möglich“, erklärt Müller. „Es kann ja aufgrund von plötzlicher Erkrankung immer sein, dass man nicht zum Wählen gehen kann.“ In Tübingen kann man die Briefwahlunterlagen im Rathaus am Marktplatz abholen lassen. Von einem Familienmitglied, Freund oder Nachbarn, der dafür die ausgefüllte Vollmacht (auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung) von dem verhinderten Wähler haben muss.

In Mössingen hat das Rathaus so nicht geöffnet am Wahlsonntag. Aber natürlich haben auch die Mössinger die Möglichkeit, am Wahlsonntag direkt noch Briefwahlunterlagen zu bekommen. Thomas Schneemann, Sachgebietsleiter Bürgerservice in Mössingen und damit zuständig für Wahlen in der Stadt, geht davon aus, dass in einem solchen Fall dann eben er oder eine Kollegin die Wahlunterlagen ausfahren wird. „Da bleibt uns nichts anderes übrig, wir müssen dafür sorgen, dass das Wahlrecht ausgeübt werden kann“, sagt er am Telefon und meint: „In Mössingen können wir uns das leisten, das ist anders als in Tübingen.“ Am besten sei es, sich in dem Fall per Mail an das Wahlamt zu wenden. Schneemann geht davon aus, dass er am Wahlsonntag von 7 Uhr morgens bis abends gegen 21 Uhr im Rathaus beschäftigt sein wird. In Mössingen haben Stand Dienstagvormittag 3363 von 14635 Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen angefordert. Vor fünf Jahren waren es insgesamt 1644 Briefwähler, es sind also jetzt schon doppelt so viele wie 2016. Schneemann rechnet damit, dass es bei dieser Wahl noch auf über 4000 ansteigen wird.

In Rottenburg sind ebenfalls schon sehr viele Briefwahlanträge bei der Stadtverwaltung eingegangen: Stand Dienstagvormittag waren es 8811 von 30 796 Wahlberechtigten, also knapp 30 Prozent. Angelika Brieschke

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Erstellt:
24. Februar 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Februar 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2021, 01:00 Uhr

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