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Soziale Absicherung ist wichtig

Worauf es nach der Corona-Krise ankommt: Investitionen

Annelie Buntenbach geht, Anja Piel kommt: Zum Wechsel im geschaftsführenden DGB-Vorstand haben beide mit der Neuen Osnabrücker Zeitung gesprochen. Zentrale Themen: Welche Lehren ziehen wir aus der Corona-Krise? Wie wird sich die Arbeitswelt verändern? Und was bedeutet das für Rente und Konjunktur?

20.05.2020

Der Weg aus der Corona-Krise wird wohl viele Menschen in Weiterbildungen führen. Finanzielle Hilfen sollen ihnen den Rücken dafür freihalten. Archivbild: Ulrich Metz

Antworten auf diese schwierigen Fragen suchten die nach 14 Jahren aus dem DGB-Vorstand ausgeschiedene Renten- und Arbeitsmarktexpertin Annelie Buntenbach und die neue Frau im DGB-Vorstand, Anja Piel, die zuletzt Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag in Hannover war.

Frau Buntenbach, Frau Piel, die Corona-Krise ist und bleibt das Thema Nummer eins. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit steigen. Wie zufrieden sind sie mit dem bisherigen Krisenmanagement? Und was sollte zusätzlich getan werden, um Beschäftigte und Betriebe zu schützen?

Buntenbach: Es zeigt sich, wie wichtig in einer solchen Krise die Arbeitslosenversicherung ist. Ich finde, die Bundesagentur für Arbeit macht gerade einen ausgesprochen guten Job. Die hohe Zahl von Kurzarbeitern ist natürlich bedrückend.

Sie hat aber auch eine gute Seite. Die gute Seite ist, dass Beschäftigung gehalten werden soll – sonst meldet man ja keine Kurzarbeit an. Zugleich ist es gut, dass das Kurzarbeitergeld für einen Teil der Betroffenen angehoben wird, damit auch diejenigen mit kleinen Einkommen einigermaßen über die Runden kommen können. Und es ist auch richtig, die Zahlung des Arbeitslosengeldes zu verlängern. Denn in der Krise ist es extrem schwer, einen neuen Job zu finden. Zusätzlich müssen wir dafür sorgen, dass sich Arbeitslosigkeit da, wo sie steigt, nicht verfestigt. Das heißt: Wir brauchen ausrechend Geld für Weiterbildung.

Piel: Der große Zusammenhalt der Gesellschaft in der Krise hängt davon ab, dass Signale wie die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes rechtzeitig kommen. Das hat für meinen Geschmack eindeutig zu lange gedauert, vor allem für betroffene Familien. Solidarität und Zusammenhalt gibt es nur solange, wie Menschen ihre Miete zahlen können und nicht in großer Not agieren müssen. Insofern ist es gut, dass das Kurzarbeitergeld aufgestockt und das Arbeitslosengeld I länger gezahlt wird. Das reicht aber noch nicht. Die Situation für Eltern und Familien muss dringend weiter verbessert werden. Außerdem müssen wir die Finanzierung der Sozialsysteme sichern. Wenn die Kassen etwa durch die Zahlung des Kurzarbeitergeldes leer sind, dann müssen sie wieder aufgefüllt werden. Da ist es wichtig, dass es Zuschüsse gibt und keine Darlehen. Wir müssen nach der Krise auch wieder Geld im Topf haben, damit Menschen sich weiterbilden können. Denn die Transformation der Wirtschaft durch Digitalisierung und den ökologischen Umbau macht ja keine Pause.

TA

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Erstellt:
20. Mai 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Mai 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2020, 01:00 Uhr

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